Das autonome soziokulturelle Zentrum soll den Menschen dieser Stadt und Umgebung die Möglichkeit bieten, ihre sozialen und kulturellen Bedürfnisse zu befriedigen, und in Eigenverantwortung entsprechende Aktivitäten zu entwickeln. Es soll als Ort der sozialen, kulturellen und politischen Bildung die Begegnung von Menschen aller Altersgruppen, aller sozialen und kulturellen Schichten und aller Nationalitäten ermöglichen, Kreativität, Initiative und Kritikfähigkeit anregen und soziales Verhalten fördern. Das Zentrum versteht sich als Ergänzung zu den etablierten und kommerziell orientierten Kulturangeboten in Paderborn. Als soziokulturelles Zentrum ist es durch folgende Merkmale charakterisiert:


  1. Offenheit und Transparenz

  2. Basis- und Nutzerorientierung

  3. Basisdemokratische Entscheidungsstrukturen

  4. Nichtkommerzielle Aurichtung


Zur Verwirklichung dieser Ziele stellt das Zentrum einen besonderen räumlichen Angebotsrahmen zur Verfügung, der für verschiedenste Aktivitäten unentgeltlich genutzt werden kann. Darüber hinaus sollen soziale und kulturelle Prozesse gefördert werden.


Dem offenen Bereich kommt ein hoher Stellenwert zu: Er soll die Funktion haben, durch Gemütlichkeit zum Verweilen und zum Kontaktaufnehmen einzuladen, sowohl als Basis als auch als Dreh- und Angelpunkt für die Kommunikationsprozesse im Zentrum zu dienen. In diesem Bereich stellen die Cafeteria "Eine Welt" und die Kneipe eine Atmosphäre her, in der durch bekannte Strukturen die Schwellenängste genommen werden und zwanglose Kontaktaufnahme möglich ist. Hier können sich Menschen verschiedenster Kulturbereiche begegnen und aus einer gleichwertigen Position heraus mit den anderen Besuchern des Zentrums kommunizieren. Die Arbeit des Zentrums ist insgesamt darauf ausgelegt Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegenzuwirken. Daher sollen hier auch Informationsveranstaltungen über die Situation in anderen Staaten stattfinden.


Der offene Bereich bildet also gleichzeitig den Veranstaltungs- und Kulturbereich. Hier sollen zum einen Angebote organisiert werden; zum anderen die räumlichen, technischen und organisatorischen Möglichkeiten des Zentrums zur Verfügung stehen für die Entwicklung aller möglichen kulturellen Aktivitäten der Bürger Paderborns. Dies gilt für Malgruppen, Theaterworkshops, Konzerte usw. Dabei sollen vor allem neue, nicht etablierte Kulturformen berücksichtigt werden, und solche, die die Grenze zwischen Kulturproduktion und Konsum überschreiten. Insgesamt soll ein festes kontinuierliches Veranstaltungsprogramm mit Musik, Theater, Film, Ausstellungen und Diskussionen organisiert werden. Die besonderen Möglichkeiten des soziokulturellen Zentrums erlauben dabei die Schaffung räumlicher Rahmenbedingungen, die ideal den Charakter der Kulturveranstaltungen unterstützen können von Lieder- und Folkabenden bis hin zu Ausstellungen, Theateraufführungen oder Lesungen.


Im Bildungsbereich wird neben etablierten Formen der Seminar- und Kursarbeit auch experimentellen Ansätzen außerschulischer Bildungsdidaktik Raum geboten. Darüber hinaus wird Trägem der Weiterbildung hier die Möglichkeit gegeben, ihr Bildungsangebot zu eröffnen. Zwischen dem Veranstaltungsbereich und dem Bildungsbereich sind die Übergänge fließend, da Informationsabende und Diskussionen im Veranstaltungsbereich stattfinden.

Zudem soll das Zentrum die Ausgangsbasis für eine an den Methoden der Gemeinwesenarbeit orientierte Stadtteilarbeit sein mit der Zielsetzung, Nachbarschaftshilfe zu unterstützen, soziale Prozesse im Stadtteil zu initiieren und das Zentrum in der Funktion eines Gemeinschaftshauses für die Bahnhofstraße und das Riemekeviertel zu verankern. Die Stadtteilarbeit soll dabei zum einen an den gewachsenen Strukturen anknüpfen und Möglichkeiten für die alteingesessenen Bewohner eröffnen, zum anderen aber auch den hohen Anteil ausländischer Bewohner berücksichtigen und für diese besondere Angebote erarbeiten, die insgesamt einem freundschaftlichen und nachbarschaftlichen Zusammenleben dienen sollen.


Der Gruppenraumbereich soll die Möglichkeit bieten, im geschlossenen Rahmen Kommunikationsprozesse zu intensivieren. Die Räume sollen daher prinzipiell allen demokratischen Gruppen, Zusammenschlüssen, Vereinen usw. kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Selbstverständlich sind davon ausgenommen Personen und Gruppierungen, die die Ziele des Zentrums ablehnen und bekämpfen, insbesondere solche mit faschistischen, rassistischen u.a. menschenverachtenden Bestrebungen.


Im Werkstatt-, Atelier- und Kreativbereich sollen durch Betätigungsmöglichkeiten auf Gebieten wie Druck, Foto, Holz, Malerei, Metall usw. jedem Bürger die Förderung seiner Kreativität ermöglicht werden. In einer Zeit mit hoher Erwerbslosigkeit auf der einen und sinnentleerten Jobs auf der anderen Seite, bekommen diese handwerklich und kreativ ausgerichteten Tätigkeiten eine besondere Bedeutung.


Weiterhin sollen Proberäume eingerichtet werden, in dem Bands und MusikerInnen unentgeltlich üben können.